Die Heimkino Anlage: Surround-Sound und viel Verwirrung

Nach einer Party Anfang des Jahres haben ich und die Liebste entschieden, dass es Zeit für eine Anlage mit mehr Leistung ist. Bisher war es so, dass ich die Anschaffung von Hi-Fi Equipment im Wohnzimmer als nicht zwingend notwendig betrachtet habe. Zwar sind die Boxen des Fernsehers eher von minderer Qualität, aber dafür dann extra Geld ausgeben? Wenn eine Party anstand, habe ich einfach die Stereoanlage aus dem Büro ins Wohnzimmer umgesiedelt, welcher immerhin eine durchaus brauchbare Klangqualität mit sich bringt. Nichtsdestotrotz war nun die Zeit für eine Neuanschaffung bekommen.

Die Anlage

Für mich  war eigentlich immer klar, dass wenn ich eine neue Anlage anschaffe, diese auch Surround-Sound mitbringen sollte. Was mir ebenfalls klar war, ist, dass wenn ich irgendwann einmal eine neue Anlage kaufe diese von der Firma Teufel sein wird. Teufel hat nämlich, im Gegensatz zur allgemeinen Vermutung auch Systeme im Angebot, welche nicht im High-End Preissegment angesiedelt sind. Dort findet sich bspw. das Concept E450 digital 5.1 set. Ein 5.1 System, welches laut Teufel für Gaming vorgesehen ist. Auf der Produktseite finden sich Bilder von Spielern, welche den Subwoofer direkt unter dem Schreibtisch stehen haben, während sie spielen. Das kam mir äußerst seltsam vor, zumal ich den Vorgänger des Concept E450 kenne und mir bewusst war, was einen erwartet. Dazu kommen wir aber noch.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Wahl war getroffen und die Anlage bestellt. Ein nettes Feature der Anlage, was mir und der Liebsten die Entscheidung letztendlich ebenfalls erleichtert hat, war das eingebaute Bluetoothmodul, welches eine direkte Kopplung von bspw. Smartphones oder Tablets erlaubt. Im Vergleich zum Vorgänger befindet sich der Decoder und auch jegliche Kabel Ein- und Ausgänge im Subwoofer wieder. Bei früheren Modellen gab es hier immer noch eine extra Decoder Station.

Die Verkabelung

Leider wurde im Rahmen des Wegfalles der Decoder Station auch an den Eingängen gespart. Wir finden hier jeweils einen Coaxialen- und einen TOSLINK-Eingang vor. Mehrere TOSLINK Eingänge wären hier wünschenswert gewesen. Leider war dadurch klar, dass die Anzahl der vorhanden Geräte nichts deckungsgleich mit der Anzahl der Eingänge war. Da dieses Problem scheinbar jedoch nicht ganz unbekannt ist, gibt es auch dafür Lösungen, welche auf den Namen SPDIF Audio Umschalter hören. So ein besagter Umschalter befindet sich nun im Einsatz und mittels Fernbedienung kann nun von der Couch aus das gewünschte Gerät auf die Anlage geschaltet werden.

Jedoch sollte sich der kundige Leser nun eine Frage stellen: Wieso überhaupt jedes Gerät einzeln anschließen? Moderne Fernseher besitzen doch eigentlich optische Audioausgänge? Ja, das tun sie. Und der Ursprüngliche Plan sah jedoch auch genau das vor. Alle Geräte liefern Sound an den Fernseher, welcher jenen dann weitergibt. In der Bedienungsanleitung heißt es jedoch:

When the receiver (home theatre) is set to on, you can hear sound output from the TV’s optical jack. When the TV is receiving a DTV signal, the TV will send 5.1 CH sound to the home theatre receiver. When the source is a digital component such as a DVD / Blu-ray player / cable box / STB (Set-Top-Box) satellite receiver and is connected to the TV via HDMI, only 2 CH audio will be heard from the home theatre receiver. If you want to hear 5.1 CH audio, connect the digital audio out jack from your DVD / Blu-ray player / cable box / STB satellite receiver directly to an amplifier or home theatre.

Hintergrund ist wohl der, dass der Fernseher das eingehender Tonsignal nicht durchschleifen kann/will. Das war natürlich äußerst ärgerlich, aber dennoch durch o.g. Lösung umgangen. Der Bluray-Player und der Fernseher selber hatten nun also jeweils einen Port am Umschalter besetzt. Was allerdings noch nicht anschließbar war, war das Apple TV 4, bei dem Apple ja den digitalen Ausgang wegrationalisiert hatte. Der Ton wurde nun vorerst durch den Fernseher geschleift, was, wie ich bisher dachte, dann dafür sorgen sollte, dass wir nicht in den Genuss von Surround-Sound kommen konnten. Aber auch dazu kommen wir noch.

Zwischenfazit

Die Anlage war einsatzbereit und der Klang war phänomenal. Die gängigen Geräte waren (fast) alle angeschlossen und ich muss zugeben, dass Filme gucken wesentlich mehr Spass macht als vorher. Wenn gefühlt in jeder Ecke des Raumes etwas los ist, wirkt das Ganze gleich wesentlich lebendiger. Was die Preis-Leistung des Concept E450 angeht, würde ich nach wie vor sagen, dass es ungeschlagen ist. Ich habe bisher in dieser Preisklasse nichts vergleichbares hören dürfen. Auch die Anbindung über Bluetooth funktioniert problemlos.

Was diese Anlage jedoch nicht ist, ist das von Teufel beworbene Gaming System – zumindest nicht, wenn man am PC spielt und sich den Subwoofer bspw. unter den Schreibtisch stellt. Dafür ist die Anlage einfach zu groß. Ich habe mich bis heute nicht getraut mehr als 60% der Leistung zu nutzen, da bereits vorher schon der Boden gebebt hat.

Die Freude über die Anlage war groß, der Sound klasse. Dennoch gab es eine Sache die mich wurmte: Auch das Apple TV sollte Surround-Sound liefern. Ihr kennt das ja: Stackenblochen und so.

Der Mindfuck

Worauf ich bisher nicht eingegangen bin, ist die im Manual beschriebene Möglichkeit des Fernsehers Surround-Sound, welcher per DTV Signal (also bspw. DVB-T) geliefert wird, weiterzugeben. Dies gilt interessanterweise auch für Video-Dateien, welche bspw. von einem USB Stick abgespielt werden können. Hier liefert der Fernseher brav Surround-Sound an die Anlage. Zuvor jedoch, muss man spezifische Einstellungen für den Audio-Ausgang vornehmen. Hier lässt sich neben PCM Dolby Digital auswählen, sofern gerade auch Dolby Digital Inhalte abgespielt werden.

Nun ich wollte mich, was das Durchschleifen von Surround-Sound angeht, aber noch nicht geschlagen geben. Wir nutzen als Bluray-Player eine Playstation 3, an welcher man recht detaillierte Einstellungen für die Sound-Ausgabe vornehmen kann. Leider musste ich feststellen, dass im Manual nicht gelogen wurde: Bspw. Dolby Surround wird nicht durchgeschleift. Lediglich Stereo kommt an.

Richtig interessant wurde es jedoch, als ich feststellte, das bei Verwendung des Apple TV das Lämpchen für Dolby Digital an der Anlage anging. Zur Erinnerung: Das Apple TV 4 ist mittels HDMI an den Fernseher angeschlossen, welcher wiederum per TOSLINK Kabel an der Anlage hängt. Laut Anleitung des Fernsehers ist ein durchschleifen von Surround-Sound nicht möglich. Es sollte sich herausstellen, dass das offenbar nicht korrekt ist.

Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, wurde also ein Film aus dem iTunes Store zum Test herangezogen. Auch hier zeigt das Lämpchen Dolby Digital an und es scheinen auch unterschiedliche Töne aus den jeweiligen Boxen zu kommen. Das spricht dann schon für Surround-Sound, jedoch kann man sich auch schnell täuschen. Was ebenso interessant war, war die Tatsache, dass am Fernseher als Ton-Ausgabeformat statt PCM plötzlich Dolby Digital ausgewählt war. Um das zu verifizieren, habe ich dann die App Home Theater Speaker Check herangezogen. Die App liefert über Airplay zwei Tracks, welche 5.1 Sound auf das Apple TV bringen. Zu meiner Verwirrung konnte ich feststellen, dass der Surround-Sound des Apple TV vom Fernseher durchgeschleift wurde, obwohl es laut Manual nicht möglich sei. Wie bitte? Was mich dann noch weiter verwirrte war die Tatsache, dass das bei der Playstation nicht ging, beim Apple TV hingegen schon. Beide sind per HDMI angebunden. Trotz weiteren Tests ist es mir bis heute nicht klar, was der Grund für dieses Verhalten ist.

Fazit

Das Concept E450 liefert astreinen Sound. Umständlich wurde es hier eigentlich nur durch die (eigentlich) fehlende Möglichkeit Surround-Sound durch den Fernseher durchzuschleifen. Dies lies sich jedoch mittels Audio-Switch beheben. Beim Apple TV 4 hingegen war nichtmal das notwendig. Auch wenn laut Manual Surround-Sound nicht durchgeschleift werden kann, scheint dies in Kombination mit einem Apple TV 4 zu gehen. Mir ist völlig unklar, was der Grund für dieses Verhalten ist.